
Erste Veranstaltungen nach der Coronapause mit Klang des Sommers-Reihe auf heimischer Gartenbühne
Von Torsten Lippelt
Hemmingen-Westerfeld
Britta Hoge künstlerisch einzuordnen, fällt nicht leicht: Dazu ist die erfahrene Tanzpädagogin, Choreografin und Darstellende Künstlerin – unter anderem mit dem „Tanztheater im Hof“ – zu breit aufgestellt. Und doch zieht sich ein roter Faden durch ihre Vita: Was immer auch in ihrem Leben geschieht – es findet bei ihr seinen sensiblen künstlerischen Ausdruck. Denn bei der in Benefeld, in der Lüneburger Heide, geborenen Künstlerin war bereits mit dem 19. Lebensjahr Epilepsie diagnostiziert worden.
„Als sich die Krankheit vor 20 Jahren verstärkte und auch psychische Auswirkungen hatte, habe ich von selbst angefangen, mir erst einmal alles von der Seele zu schreiben“, blickt sie zurück. Inspiriert wurde sie durch eigene Erlebnisse, die sie in berührt hatten. Nach Jahren der Zurückgezogenheit und durch die Unterstützung ihres Ehemanns Manuel führte ihr Weg dann wieder ganz langsam zurück ins normalere Leben. Nach und nach entstanden so Geschichten, Gedichte, Erzählungen – und Britta Hoge beschloss, langsam immer mehr in Richtung Schriftstellerei zu gehen. „Ich tanze und bewege mich noch immer sehr viel. Aber wie bei jedem Menschen werden viele Dinge im Bewegungsbereich langsam schwieriger“, schmunzelt die 61-Jährige.
Bis zu ihrem 50. Lebensjahr hatte sie zuvor primär im Bereich Bühne und Tanzpädagogik gearbeitet. Dabei waren ihre Eltern ganz und gar nicht künstlerisch geprägt. Mit der Folge, dass Britta Hoge nach der Schule zunächst als Sport- und Gymnastiklehrerin arbeitete. Über Tanzpädagogik und ein Tanztheaterensemble führte sie der Weg dabei auch zum Auftritt beim Kleinen Fest im Großen Garten. „Dabei habe ich meinen Mann kennengelernt und bin hier hängen geblieben“, lacht sie. Mit ihm begründete sie das über Jahre in Hannover gefragte Tanztheater im Hof. Privat zog es das Paar nach Hemmingen. „Ich wollte, dass meine Tochter Milena auch Natur erlebt - wie ich in meiner eigenen Kindheit. Hier ist die Natur so nah und man ist doch nicht ganz weg von der Stadt“, so Britta Hoge.
Da sie selbst aus einem Dorf stammt, könne sie Vieles hier im Verhalten der Menschen ganz gut verstehen, ergänzt sie. Daher engagiert sich die Künstlerin auch seit drei Jahren im Vorstand vom DRK-Ortsverein. Dort trifft sich auch eine von ihr vor einem Jahr gegründete Epilepsie-Selbsthilfegruppe. „Sie soll nicht primär zur Beruhigung und Ablenkung dienen. Sondern jeder darf aktiv dabei sein, um Mittel und Wege zu finden, damit langfristig auf Hilfe von außen verzichtet werden kann“, erläutert sie das Konzept.
Für die sensible Hemmingerin bedeutet dies persönlich, sich beim Schreiben weder auf einen Stil noch auf eine bestimmte Ästhetik festzulegen. Die Texte sind provokativ, nicht immer leicht, oft sehr gefühlvoll und sollen – wie ihre Tanztheaterproduktionen - zu eigenen Assoziationen einladen.
Dazu gehören ihre im Selbstverlag erschienenen und bestellbaren Werke, wie das neue Buch „Oma hatte Recht – Sehnsucht nach vergangenem…vergangen“, mit kurzen Geschichten und Gedichten. Aber auch „Spieglein, Spieglein ..?“, „Auf einmal war es wieder Leben“ und „Federlos und vogelfrei“.
„Es ist sehr wichtig, sich nicht wegen der Krankheit in eine Außenseiterrolle zu begeben oder drängen zu lassen. Das sollte ein Grundprinzip im Umgang damit sein“, formuliert sie ihr Credo dazu.
Kontakte zu anderen Autoren in Hemmingen oder Umgebung würde sie gerne sehen, so Britta Hoge. Die selbst gern Marie Luise Kaschnitz, Marlen Haushofer und Yoko Tawada, Moritz Rinke und Franz Kafka, Bert Brecht und Joachim Ringelnatz liest. Passend dazu plant sie für den Herbst mit einer Jazz-Gitarristin ein neues Programm für Lieder und Texte von Brecht und Biermann.
Wer mehr Einblicke in das künstlerische Wirken von Britta Hoge, ihrem Mann Manuel und das ihrer preisgekrönten, Harfe spielenden Tochter Milena gewinnen möchte, hat dazu ab Sonntag bis Ende August bei der „Klang des Sommers“-Konzertreihe (www.brima-m-u-t.de) auf der kleinen Gartenbühne der Familie, am Weidenkamp 5, die Gelegenheit.
Beginn der auf Spendenbasis laufenden Veranstaltungen ist immer um 18 Uhr. Kartenvorbestellungen sind aus Platzgründen empfehlenswert unter Tel. 0511 / 760 83 13 oder per E-Mail an brittahoge.mute@gmail.com
Der Zufall ist der größte Künstler;
ich arbeite gern mit ihm zusammen
Britta Hoge ist seit über 40 Jahren als darstellende Künstlerin, Choreografin, Regiisseurin tätig. Ihr Wirkungsbereich liegt vor allem in Hannover und Niedersachsen. Aber auch bundesweite Gastspiele gehören zu ihrem tägliche Leben.
Britta Hoge ist seit mehr als 40 Jahren als Tanzpädagogin mit dem Schwerpunkt in den Bereichen Modern Dance (contemporary, Limontechnik), zeitgenössischer Tanz, Improvisation und modernes Tanztheater und als Sport- und Gymnastiklehrerin primär in WSGymnastik (BDR), Fitness und Entspannung tätig. (Sie erweiterte ihre Ausbildung in Sprache und Gesang an der Musikhochschule Hannover und bei zahlreichen DozentInnen verschiedener Sprech-und Gesangstechniken) Ihre Arbeit als Tänzerin und Choreographin bekam durch die Teilnahme an vielen Projekten mit internationalen ChoreographInnen und RegisseurInnen entscheidende Impulse.
16 Jahre leitete sie gemeinsam mit ihrem Mann Manuel Hoge, Musiker, das TanzTheater im Hof in Hannover.
Britta Hoge verbindet in ihrem künsterischen Wirken die Einflüsse aus den verschiedensten Bereichen.
Gründung und Leitung – gemeinsam mit dem Musiker Manuel Hoge – des „Tanztheater im Hof“ in Hannover, dem damals einzigen freien Tanztheater mit eigenem Haus in Hannover, unterstützt von Stadt hannover, Land Niedersachsen, Lottostiftung, andere Stiftungen, Volksbank Hannover,u.v.a.
Zahlreiche Tanz und Tanztheaterproduktionen, auch Schauspiel und Gesangsprogramme und
Tanzstücke für Kinder.
Kooperation mit der Musikhochschule Hannover Abt. Tanz und Schauspiel, Förderung junger TänzerInnen und SchauspielerInnen, Zusammenarbeit mit zahlreichen namhaften ChoreographInnen, RegisseurInnen und darstellenden Künstlerinnen, MusikerInnen.z.B. Gundel Eplinius, Heide Tegeder, Hilke Kluth,
Heidrun Vielhauer, Johannes Bönig, Thorsten Kreissig, Thomas Lehnhardt, Mitsuru Sasaki, Leonore Welzien, Sabine Seume Egmont Elschner, Friedhelm Kändler, u.v. a ,
Schließung des TanzTheater im Hof auf Grund Kürzung der öffentlichen Gelder
Freie Theaterarbeit in eigenen Räumen in Hannover:“Work of Art“ und mit Gastspielen
Inszenierungen:
Chansonprogramme:
Tanztheaterproduktionen
szenische Lesung:
Projekte mit Behinderten, unterrichtende Tätigkeit in Tanz und kreativem Tanz,Fortbildungen, Regie und Choreographie bei verschiedenen Tanz- und Theaterprojekten.
Tanzwochen (Graham-Technik/Jazz Dance, zahlreiche Sommerworkshops Perpinan, Kurse-
und Workshops b. Elske Scheller, Woodoo Wilson, Jessica Iwanson, Dick o'Swanborn, Rusty
lester, Todd Courage u.v.a